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GESCHICHTE

Am 26. August 1732 erbat Phillip Gallus Mettenheimer, Kaufmann aus der Wetterau, das Bürgerrecht der freien Reichsstadt Stadt Frankfurt am Main, da er sich der jungen Anna Maria Semler „ehelich versprochen“ und das „Semlersche Haus und Handelsimmobilien über sich genommen habe“, leistete den Eid und führte das Geschäft ihrer Eltern fortan als „Mettenheimersche Droguen- und Materialwaarenhandlung“ weiter: Es ist das offizielle Gründungsdatum unserer Parfümerie, obwohl die Semlersche Handlung wahrscheinlich bereits seit 1713 bestanden hatte.

Mettenheimer erweiterte das Angebot der Materialwarenhandlung von den ursprünglichen Sämereien und Farben um „alle Arten von französischen und italienischen Parfümeriewaaren, Liquers, Quintessencen, wohlriechende Gewässer, allerlei Sorten Essig, Senft und sonstige der gleichen Waaren, Pflanzen, Balsame, Oele, Gummata, Steine, Berg-Producte, Hölzer, und die zur Chymie erforderlichen Instrumente“. Bald hatte die Handlung Kunden in Köln, Trier, Saarbrücken, Mannheim und Leipzig, aber auch in exotischen Ländern wie Holland und Bayern, betrieb Groß- und Detailhandel und war Hoflieferant der Grafen Erbach-Fürstenau.

 

Unser Stammhaus lag am Markt 28 – mitten in der Frankfurter Altstadt. Der Markt war und ist kein Platz, sondern eine schmale Gasse, die vom Dom in einer leichten Biegung auf den Römerberg führt und durch die der Deutsche Kaiser von der Krönung im Dom zum Festmahl im Römer zog. Zu diesen „Krönungsevents“ strömten Tausende von Menschen in Frankfurt zusammen, die den Zug und die Feierlichkeiten ansehen wollten.

Das Haus „Zum Würzgarten“, dessen Name auf einen alten Messekontor für den Gewürzhandel zurückgeht, bestand aus zwei Teilen: Das Haupthaus am Markt wurde 1292 erstmals genannt, war im Jahr 1732 aber ein 200 Jahre altes Bauwerk. Über einem großen Keller lag im Erdgeschoss der Laden und daneben das Kontor. Die vier Stockwerke darüber dienten bis unters Dach als Warenlager.
Um die Ecke lag am Hühnermarkt Nr.24 die „Goldene Scheere“ aus dem Jahr 1412.
Auch hier wurden die unteren Etagen als Magazine genutzt, darüber wohnte die Familie.

An der Hand seiner Mutter Elisabeth, genannt Aja, fand einer unserer bekannteren Kunden seinen Weg in den Würzgarten: Johann Wolfgang (von) Goethe.

Neben allerlei für den Haushalt benötigten Artikeln kaufte Aja für Ihren, „Hätschelhans“ genannten, Liebling die Chemikalien für naturwissenschaftliche Versuche mit seinem Privatlehrer Dr. Albrecht. Auch das 200 Liter-Fass Lebertran in einer Ecke des Ladens hat Goethe – wie viele Frankfurter Kinder nach ihm – wahrscheinlich in eher schlechter Erinnerung behalten. Goethe verließ seine Heimatstadt relativ früh, doch Aja blieb zeitlebens eine treue Kundin der Handlung.

 

Unter Leitung der Nachkommen von Phillip Gallus und Anna Maria wurde aus der Handlung zunächst die Firma „Mettenheimer und Simon“.

Mitte des 19. Jahrhunderts platzten die beiden Häuser in der Altstadt aus allen Nähten: Das Unternehmen wurde in Detail- und Großhandel aufgeteilt. Der Großhandel zog in die Große Friedberger Straße wo er zu einer der Wurzeln der heutigen „Alliance Healthcare Deutschland“ wurde.

Die Detailhandlung wurde 1914 endgültig von der Familie Mettenheimer verkauft und hieß nun „Domdrogerie- Heinrich Mettenheimer- Material und Farbwaaren“.

Am 22. März 1944, dem 112. Todestag Goethes, wurde die Frankfurter Altstadt durch Bombenangriffe zum größten Teil zerstört, mit ihr die Häuser „Zum Würzgarten“ und „Zur Goldenen Scheere“: Einrichtung, Waren und fast alle Unterlagen des Firmenarchivs verbrannten – erhalten blieb, neben wenig anderem, der Hausschlüssel des Würzgarten.

Mitten im Bankenviertel, in der Kirchnerstraße 9 waren Räumlichkeiten zu haben und wo heute der Commerzbank-Tower steht, macht die Domdrogerie einen Neuanfang.

Das Wirtschaftwunder, das wachsende Bankenviertel und das nahegelegene Luxushotel „Frankfurter Hof“ ließen die Drogerie wieder an alte Zeiten anknüpfen. Auch die später durch ihren gewaltsamen Tod in ganz Deutschland bekannte Rosemarie Nitribitt parkte ihren berühmten Mercedes 190 SL vor dem Laden, um dies und das einzukaufen.

Zwei junge Leute, Anita und Frank, eine Bankkauffrau und ein Drogist, ergriffen 1973 Ihre Chance, kauften die traditionsreiche, aber doch etwas angestaubte Drogerie und wandelten sie nach und nach in eine Parfümerie um. 1978 zog der Laden in die Große Bockenheimer Straße und wurde von seinen stolzen Besitzern in „Drogerie-Parfümerie Albrecht“ umbenannt.

 

1983 übernahmen Albrechts die elegante „Parfümerie der Dame“ in der Goethestraße 10 (seit 1991 in der Goethestraße 27) mit dem seit den 1920er Jahren bestehenden Kosmetikinstitut und im Jahr 2009 öffnete die dritte Parfümerie in der Shopping-Mall „My Zeil“, Zeil 106.

Marc, David und Dennis, die Söhne von Anita und Frank Albrecht, wollen die Tradition der „Droguen- und Materialwaarenhandlung“ gemeinsam mit Ihrem Team bewahren und auch im 3. Jahrhundert des Bestehens innovativ fortsetzen.